India — Überblick

Hier mal ein Vergleich der Größenverhältnisse, da kriegt man mal nen Eindruck, was wir uns für knapp 4 Wochen eingebrockt haben.

Erstmal 1:1… diese Karte lasse ich aber mal ziemlich außer acht, da Indien nicht annähernd so homogen ist wie dieses Land hier. Und vor allem fahren alle Verkehrsmittel halb so schnell wie hier.

Realistischer ist also folgende Karte, wo ich den Maßstab verdoppelt habe:

Wir landen also in…na…an der polnischen Grenze. Kurzer Zwischenstop bei Salzburg, dann chillen bei Venedig. Auch im schweizerischen Graubünden bleibt es gemütlich, bevor wir dann dick Strecke machen müssen: Knapp vor Luxemburg machen wir einen Abstecher ins Rhein-Main-Gebiet, dann zurück nach Luxemburg und weiter zu den Hippies nach Norwich. Abflug dann ab Schottland.

Ich trage kurze Hosen 24-7!

Mela ist jetzt schon seit einer Woche da und übermorgen fliegen wir auch schon wieder zusammen heim. Wir sind viel unterwegs und auch dementsprechend ausgepowert - da hab ich dann abends einfach keinen Bock mehr auf Fotos sortieren und texten. Tja. Also letzter Eintrag zu Beijing 2010.

Noch ein Nachtrag zu “Internet in China”. Na, ist doch krasser als erst berichtet. Dass es (hier zumindest) recht lahm ist (90 down, 1o up) ist, ist ja gar nicht so tragisch. (Bin ja auch ein verwöhnter 16k-Bengel.) Aber da gibt es doch EINIGE Seiten, die komplett geblockt sind. Am krassesten wohl youtube, Facebook, Twitter und diverse Bloganbieter. Gut, viele dieser Seiten sind denke ich über Proxys erreichbar, aber da Grenzen-Ausloten mit temporärer Internetsperre geahndet wird - die Cousine berichtet von solchen Vorfällen aus ihrer Schule - lasse ich das hier bei Onkel&Tante daheim lieber.


Potzblitz bin ich ein Schlawiner: Schabernak im Stadtplanungsmuseum - die Chinesen checkens aber wohl eh nicht.


Man wohnt hier entweder in den Hutongs oder aber in “compounds” - Hochhauskomplexen im Verbund, umzäunt und mit Pförtner. (Das hat nichts mit “Luxus” zu tun, die gibt es in jeder Güteklasse.) Na, und so einen compound sieht man im Hintergrund. Im Vordergrund Teile des “Baumarkts”: ähnlich wie bei uns, nur auf viele Läden verteilt und imporovisierter.  Das ist die Nachbarschaft in der wir momentan residieren.


Genosse Tse-tung bewacht seit jeher den Eingang zur Verbotenen Stadt


Auf sportliche Aktivitäten stehen sie, die Chinesen. Täglich treffen sich insbesondere die Rentner (ab 50!) in den Parks um sich sportlich zu betätigen, meistens in Gruppen: verschiedenartige Tänze, gerne mit Fächern, Schwertern, Bälle-auf-Schlägern-balancierend. Oder einfach Taijiquan (Tai Chi). Oder Klatschen. Oder Rückwärtslaufen. Oder eben… Peitschen! Ja, die Bewegungsbegeisterung der Chinesen wird wohl neben dem Würgen, Rotzen und Spucken am stärksten in Erinnerung behalten.


Ein gar wunderwunderwunderhübscher Park in Chengdé.


Und wieder: Sport. Man wird immer wieder eingeladen, mitzumachen.


In der Anlage des Himmelstempels in Beijing.


Ingwer in Massen. Das ist der Markt hier ums Eck, wo die Familie immer Obst und Gemüse kauft. Da guckt er gerne rum, der Julian.

Nix värstän!

Ja, man könnte sagen ich bin schon etwas in der Welt herumgekommen, aber das hier ist schon anders. So muss sich auch der Japaner bei seiner Europareise fühlen - alleine kommt er nich klar. Zumindest was die Sprache angeht. Man kann nichts lesen, nichts verstehen, ganz zu schweigen von artikulieren. Zudem ist alles voller Asiaten! omfg! Immerhin stehen an den Haltestellen (U-Bahn & Bus) auch die Namen in lateinischen Buchstaben, aber die Buslinien zum heimkommen sollte man im Kopp haben - die Busfahrpläne sind nämlich chinesisch-only. Und angesichts der oooover 9000 Schriftzeichen ist es illusorisch, sich da was zu merken zu versuchen. (Angeblich braucht man knapp 2.000 Schriftzeichen um 98% eines modernen Textes lesen zu können.)

Nun die Zusammenfassung der letzten Tage:

Angekommen. Beim Stammchinese Essen gegangen. Kurz beim Stamm-Einkaufsladen vorbeigegangen. War mir alles a bissi zuviel, war dann doch recht geschlaucht vom Flug.

Tag 2: Mit Bus & U-Bahn gefahren. Yeah. Qianmen, Dazalaan, Liuilichang, Hutongs, über Tian’anmen nach Wangfujing. Mit S-Bahn zur Massage. (Die Stunde lang kneten war weniger schmerzhaft als erwartet.) Abends bin ich dann alleine durch die Hutongs, sozusagen die chinesichen Slums, gestromert. I like!

Tag 3: Exkursion mit der Tante nach Xiang Shan, dem Duftberg, der Fahrer der Familie hat uns hingebracht. Anstrengende Wanderung auf den Gipfel. Anlagen mit blumigen Namen wie Tempel der Azurblauen Wolke, Garten der Wohltuenden Stille, Tempel der Einsicht, Pavillon der Selbstprüfun, Jadeblumen-Bergvilla.

Nachmittags durch die 798 Art Zone, das Künstler- und Gallerien-Viertel in alten Industrieanlagen. Sehr geil!

Die berühmten Jiaozi (Chinesiche Maultaschen) gegessen, dann für 4 Euro zum Frisör.

Tag 4: Stadtplanungsmuseum mit krassen Stadt- und Gebäudemodellen, der eklige Shopping-Komplex Silk Street. Nickerchen daheim, die Couchsurfing-Bekanntschaft Tobias treffen, zusammen zum veganen Spachteln, abends Konzert im Studentenviertel Wudaoku, Punkclub D-22. Konzi & Location waren etwas enttäuschend - die Szene entwickelt sich eben erst. Schade.

Tag 5 (heute, Samstag): Schlafen bis 13Uhr, chillen und so. Blog updaten.


Hauseingang in einem Hutong. Diese alten Wohnbezirke werden zusehends aus dem Stadtbild getilgt. (Stichwort Getrifizierung. Extrem hier in Peking.)


Tian’anmen-Platz, der größte Platz der Welt. Fand ihn überraschend klein. Im Hintergrund der Eingang zur Verbotenen Stadt.


Donghuamen Nachtmarkt: Sinnloser Scheiß haufenweise. Nebenan gab’s Spießchen mit Skorpionen (haben noch gezappelt - pervers!), Tausendfüßlern, Eidechsen, Seepferdchen, Seesterne. Das Zeug isst aber keiner, ist inbesondere als Fotomotiv da.


Straße durch einen Hutong.


Chinesen stehen auf Öl! “Zu schade dass man Öl nicht ficken kann.”


Linkes Gebäude, 31. Stock, linkes Fenster: mein Zimmerchen.


Essen fassen in der direkten Nachbarschaft.


Auf dem Gipfel des duftenden Bergs.


798, Kunstbezirk.


Optimus Prime, aus Autoteilen, yeah! (War wohl Teil einer Werbeveranstaltung, GQ oder son Scheiß.)


Klößchen/Maultaschen, wird in Essig/Sojasoße geditscht, dazu dann rohe Knoblauchzehen eingeworfen.

Betreff: Internet: Gerade die Grenzen der Internetzensur ausgetestet. Wikipedia muckte nur bei chinesischen und englischen Einträgen zu brisanten Themen (Tian’anmen, ) rum, zeigte die Seiten nicht an. Doch der (deutsche!) Eintrag zum Projekt Goldener Schild war gesperrt — und danach war wikipedia komplett (!) gesperrt. So, als ob ich mit meinen ganzen Tests den Bogen überspannt hätte. Nun, 5 min später, geht wiki aber wieder… Wikipedia ist sowieso insgesamt seeehr lahm. Seltsam. Ich beobachte weiter.

Betreff: Blog: Nachdem ich täglich von 10 Spambot-Comments zugemüllt wurde, habe ich nun das WP-SpamFree WordPress Spam Plugin installiert. Mal sehen.

Punk in Beijing & Visum

Während sich der Megastau in Nordchina in den 11 Tag schleicht, recherchiere ich, wo man in Beijing ordentlich abhotten kann.

D-22 - http://www.d-22.cn - Offensichtlich die bekannteste/tollste/trendigste Örtlichkeit in Peking, sozusagen Peking’s CBGBs.

13 Club - angeblich kleiner & familiärer; habe aber noch nichts Genaueres darüber gefunden.

2 Kolegas - http://www.2kolegas.com - Sieht schon netter aus, auch wenn’s nach Indie&Reggea mieft.

Yugong Yishan - http://www.yugongyishan.com - Acts wie Peaches, St.Vincent, DJ Krush, Clueso *yuck*, Subway to Sally, Kreator, Yann Tiersen, Wax Tailor, Busdriver. Na das ist *mir* wohl eine Nummer zu dick.

MAO Livehouse - http://www.maolive.com - wohl auch was größeres.

Überhaupt scheint in WUDAOKOU, dem Studentenviertel, ziemlich viel zu gehen:

Beijing Nightlife in Wudaokou - Clubbing and Hanging Out in the Wu

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Übrigens ist auch das Visum für China inzwischen gekommen:

Visa für China organisiert normalerweise das Reisebüro des Vertrauens; aber wenn man wie wir direkt über die Website der Airline (Emirates) bucht - würde ich auch in Zukunft so machen, ist einfach am günstigsten - dann muss man das Visum-Beschaffen selbst in die Hand nehmen. Oder eine Agentur in Anspruch nehmen: z.B. die CIBT Visum Centrale. Kostet zwar ne Stange Geld (€30,-), aber man muss nicht persönlich ins Konsulat fahren.

Mittwoch oder Donnerstag abgeschickt, Freitag kam die Empfangsbestätigung per Mail, Montag wurden die Pässe ans Konsulat weitergereicht, Freitag Mittag bekam ich per Mail die Mitteilung, dass die Dokumente wieder auf dem Weg zu mir seien. Insgesamt also nur eine Woche! Das kann sich sehen lassen.

Angriff auf die Normalität

Geschrieben, gesetzt, gedruckt. Voilà:

Fuck.

bod_dipl.jpg

Foto-FX

Morgen!

Hab probiert ob ich den Fotos im schritflichen Diplom einen einheitliche, illustrativeren Touch geben soll:

Aber dann frage ich mich: Bringt’s das? Ist es der Aufwand wert?

Originalbilder: Marcos, NSA & Nike